Donnerstag, 3. August 2017

UNE VISITE


Es gibt kaum etwas, das sich mehr unserer Kontrolle entzieht als der Lauf der Zeit. So verwundert es nicht, dass bereits wieder die Hälfte der Juratage gezählt ist- Grund genug um mal zu sehen, was die Jungs so treiben! 

Gestern Morgen machten wir uns also auf den Weg quer durch die halbe Schweiz. Auf dem Hof im Jura angekommen begrüsste uns der Sohn der Besitzer und liess uns wissen, dass die Jungs auf dem "kleinen Weidli" hinten im Tal seien. 

Nur um mal die Proportionen zu verdeutlichen: das "kleine Weidli" stellt einen ganz kleinen Bruchteil des Geländes dar, welches der Familie gehört. Trotzdem ist es mindestens 20 Mal so gross wie meine eigene Weide hier zuhause - so haben HerrHummel und ich vorsichtig geschätzt! Das sind Flächen, von denen wir hier nur zu träumen wagen.....

Die Ponys hatten sich mit ihren Kumpelz der flirrenden Hitze wegen in den Wald verzogen. 


Dort standen sie alle völlig tiefenentspannt, liessen Köpfe, Ohren und Unterlippe hängen. Die Ruhe wurde nur ab und zu durch ein Schnauben, das Summen einer Fliege oder das entrüstete Quietschen einer Stute unterbrochen, die sich einen etwas zu plumpvertraulichen Verehrer vom Hals halten musste.


Auf unser Rufen hin kam etwas Leben in die Truppe; John und Harry guckten vorsichtig um den Baum herum, hinter dem sie grade beide standen, und ihre Blicke sprachen Bände: 

"Ochnööö....was wollen DIE denn jetzt hier??"


(Links John, das Blondie rechts HINTER dem Baum ist Harry)

Man darf sich da nichts vormachen: Wenn man Pferden ihren absolut natürlichen und artgerechten Lebensraum bietet, dann ist der Mensch für sie aber sowas von überflüssig! Sie kippen von jetzt auf gleich den Schalter um und sind mit jeder Faser ein Teil der Natur, der sich selber zu helfen weiss.

Nichtsdestotrotz liess sich Harry dann aber doch zu einem Begrüssungsknootscher hinreissen..... ;oD Er ist eh' der Verschmustere von beiden. Guckt mal seinen Blick, *gg*! Und ich bilde mir ein, dass er grinst.....


Nach einer Weile des hingebungsvollen Kraulens und Tätschelns und gestärkt mit einem Mittagessen im Garten der "Auberge de la Gare" machten wir uns wieder auf Richtung Heimat. 
See'ya, Jungs! Wir kommen bald wieder!

🌿 🌿 🌿 🌿 🌿 🌿 🌿 🌿


Wenn man Tiere in sein Leben lässt bringt das wahnsinnig viel Freude mit sich.
Und doch muss man sich gewahr sein, dass einen diese Freunde irgendwann mal wieder verlassen.

Vorgestern wurde unser lieber Floyd überfahren.
Morgens hab ich ihn noch gekrault im Stall, er strich schnurrend um meine Beine und machte sich über den Futterteller her.
Als ich eine halbe Stunde später vom Stall wegfuhr fand ich ihn ein paar Meter weiter leblos am Strassenrand. Es musste grade eben erst passiert sein.


Und so schaufelten HerrHummel und ich schon wieder ein kleines Grab auf der Weide. Floyd liegt jetzt neben seinem besten Kumpel JJ, den wir letzten November verloren haben. 
Abends fand ich dieses Bild von den Beiden.....


Wir sind sehr traurig- Floyd war so ein fröhlicher und charmanter kleiner Kerl!- und hoffen, dass das jetzt aufhört. 
Denn Floyd war nun der vierte fellige Freund binnen zweier Jahre, den wir ziehen lassen mussten. 

Das reicht nun wirklich.....


  🐝


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Kommentare:

  1. Ach nein... das tut mir ganz furchtbar leid - und macht mich gleichzeitig auch wütend. Irgendjemand hat also Floyd überfahren. Und niemand soll mir sagen dass man es nicht merkt, wenn man eine Katze anfährt. Ist mir leider auch schon passiert (aber wir haben sie in die Tierklinik gebracht und sie hat überlebt, zum Glück!). Aber warum um Himmels willen fährt man dann einfach weiter und lässt das Tier liegen? Ihr seid ja im Stall gewesen... Klar, wahrscheinlich hättet ihr Floyd nicht retten können. Aber trotzdem. Es ist einfach traurig und zeugt von einer Respektlosigkeit dem Leben gegenüber, ein angefahrenes Tier einfach am Strassenrand liegend seinem Schicksal zu überlassen. Taurig! An JJ erinnere ich mich übrigens noch, das war ja auch so schlimm. :-(

    Dass es den Pferden in ihrer Sommerfrische gut geht, ist dafür ein Aufsteller. Schön! Manchmal liegen Freud und Leid halt wirklich ganz nah beieinander...

    Liebe Grüsse,
    Nadia

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    1. Liebe Nadja,
      ich denke, Floyd war sofort tot. Der Fahrer hatte wenigstens soviel Anstand, ihn an die Seite zu legen, damit nicht noch jemand drüberfährt. Aber man sieht das oft genug, dass überfahrene Tiere mitten auf der Strasse liegen, und es interessiert einfach keinen. Soweit ich weiss hat man per Gesetz die Verpflichtung, sich um das Tier zu kümmern. Aber besser, man fährt schnell weiter- man weiss ja nie, was es sonst noch für Unanehmlichkeiten mit sich bringen könnte.....
      Ich erinnere mich mit Schaudern daran, wie letzten Sommer direkt vor unserem Haus die Katze eines Nachbarn überfahren wurde, die dann IM KÜHLERGRILL DES AUTOS STECKTE. Stell dir das vor! Als ich es knallen hörte und dann die Katze schreien (ich habe noch nie ein Tier so schreien gehört!) , bin ich wie eine Irre vors Haus gerannt. Der Fahrer hatte angehalten, und gemeinsam haben wir die Mietz, die noch lebte, aus dem Grill gezogen. Wir haben sie dann zum Tierarzt gebracht, sie hat es mit nur ein paar Schrammen überlebt (ja, eine Katze hat manchmal 7 Leben!) und stromert seither wieder hier über die Weiden. Aber ich habe sie NIE MEHR in der Nähe der Strasse gesehen, und ich glaube, sie hat auch ihre Babys so erzogen, dass sie die Strasse meiden.
      Unseren kleinen Floyd werden wir noch lange vermissen. Und du hast Recht: Freude und Leid liegen ganz nah beinander. Die Freude habe ich jeden Tag auf dem Heuboden, bei den Babys und der restlichen Bande, und das hilft sehr!
      Herzliche Grüsse!

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  2. Ich schliesse mich Nadia bei wirklich jedem Wort an. Für mich ist es immer schön wenn Pferde frei sind. Mir tin die Tiere hier bei uns in den Ställen immer sehr leid.
    Liebe Grüße Tina

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    1. Tina, wenn ich keine andere Möglichkeit hätte, als meine Ponys in Boxen einzustallen- ich hätte keine. Das würde ich ihnen nicht antun wollen! Pferde sind so ausgeprägte Bewegungstiere, wie kann man die bloss 23 Stunden am Tag in eine Box einsperren? Gottseidank denken heutzutage ganz viele um, Laufställe werden langsam zur Normalität. Ich habe nur die allerbesten Erfahrungen damit gemacht! Natürlich bringt das viel Arbeit mit sich, man muss ein grosses Gelände abmisten, 3 Mal am Tag, andauernd ist man dabei, die Zäune zu erneuern, Sand in den Ausläufen nachzufüllen, etcpepe. Aber das lohnt sich für alle, schlussendlich!
      Hab einen schönen Tag, liebe Grüsse!

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  3. herrlich die pferde im schatten der bäume, ja tiere brauchen uns menschen nicht, schon gar nicht wenn wir auto fahren.
    liebe grüsse
    christa

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    1. Naja, Christa, wenn die Menschen wenigstens in einem angepassten Tempo durch die Welt fahren würden- aber grade hier bei uns am Stall rasen da welche durch die Pampa, da könnte man aggro werden! Ich meine: der Stall liegt im Grünen, die Strasse ist einspurig, und da sind Velofahrer, Mütter mit Kinderwagen, Menschen mit Hunden und eben meine Mietzen unterwegs! Und was mich am meisten erstaunt: Die Schlimmste war immer eine Mutter mit kleinen Kindern im Auto hintendrin; die raste regelmässig mit Vollgas an uns vorbei, wenn wir beim Ausreiten waren! Stell dir vor, ein Pferd erschrickt sich und macht nur einen Schritt zur Seite- die hätte uns voll auf dem Kühler gehabt! Gottseidank ist die inzwischen verschwunden- wahrscheinlich umgezogen.
      Nein, manchmal möchte man die einen wirklich aus dem Auto zerren und rechts und links einen Satz heisse Ohren verpassen.....Bei solchen Menschen wird das Auto zur Waffe.
      Herzliche Grüsse!

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  4. Hummele, lass Dich ganz dolle drücken, Du Ärmste - sowas tut so weh... Pastellfarben hat SO Recht.
    Und die Pferdis (vor allem mit der hängenden Unterlippe...) haben es dort so paradiesisch, das macht ihr so sensationell.
    Ach, ich wünsche Dir viel Kraft, den Schmerz zu überwinden, der Lauf des Lebens und des Todes... manchmal wie Wellen, die einen ertrinken lassen wollen. Und dann gibt es ein Morgen, ein anderer, doch ein neuer Morgen...
    Alles alles Liebe, Deine Méa

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    1. Méa, man weiss ja, dass es kommt, irgendwann. Aber wenn Tiere so verunfallen, dann ist das wirklich tragisch. Floyd war ja nur gut 2 Jahre alt! Ein kleiner Trost ist und bleibt, dass er nicht leiden musste (ich denke, er war sofort tot), und dass er seine 2 Jahre hier mit seinen Kumpels, in einer Umgebung, die für ihn sehr spannend war und mit ganz vielen Streicheleinheiten verbringen durfte....
      Der Rest der Bande und die Minis sorgen für viel Freude und Gelächter und somit für Ablenkung. Aber jeden Tag, wenn ich in den Stall komme und sein Schlummerplätzchen auf den Heuballen verwaist sehe, gibt es doch einen Stich ins Herz.
      Und wir hoffen wirklich, dass wir jetzt für lange Zeit von solchen Abschieden verschont bleiben....
      Achjaaa, unsere Ponys! Also, am Mittwoch hätten wir wohl keine Anstalten treffen müssen, sie mit nach Hause nehmen zu wollen! ;oD Die wissen ganz genau, wie die Abläufe sind, und dass das nur ein Besuch war! Wenn wir aber im September mit den Halftern auf der Weide erscheinen, dann lassen sie sich ohne zu mucken ins Schlepptau nehmen, steigen in den Hänger und fahren mit uns ohne Protest Richtung Heimat! Da erwartet sie ja dann auch eine Weide mit kniehohem Gras, nur die Region ist eine andere. Die beiden switchen den Schalter einfach um auf "Normalzustand" und sind zufrieden. Ja, es sind zwei wirklich sehr coole und unkomplizierte Jungs. Die Besten, sozusagen! ;oD
      Frohen August weiterhin, Drüückerz und liebe Grüsse!

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  5. au weia - das ist ja schrecklich!
    eine ganz dicke umarmung für dich. auch lisbeth sendet tröstende nasenstüber. (sie hat zum glück einen höllenrespekt vor jedwedem motorgeräusch)
    aber den pferdchen gehts super! und die hummel macht im süssen kleidchen elternbesuch im ferienlager :-)
    schön sehen sie aus deine jungs - die wildnis bekommt ihnen gut!
    ich denk an dich! alles liebe!! xxxxxx

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    1. Das ist allerdings sehr gut, wenn das Lisbethchen Angst vor Motorengeräuschen hat! Dann verdüsen sie sich nämlich rechtzeitig, die Mietzchen. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Floyd auch aufpasst, jedenfalls hatte ich das immer wieder so beobachtet. Aber es reicht halt oft eine unachtsame Sekunde, ein kurzer Moment der Ablenkung, und schon ist es passiert.
      Der Bruder von Floyd, Winnie, hat in seinem ganzen Leben noch nie den Heuboden verlassen! Ich hab mal versucht, ihn ins freie zu Tragen und hab die Aktion mit zwei zerkratzten Armen gebüsst, *ggg*. Ihm scheint die Welt da draussen nicht geheuer zu sein. Aber das kann und darf er so halten, wie er möchte. Trulla war übrigens auch noch nie unten, vielleicht tut sie es Winnie nach.
      Ich krieg ja immer die Krätze, wenn die Mamis ihre Minis zum ersten Mal nach draussen locken. Gut, die halten sich dann auf dem Sandplatz und in den Ausläufen auf- aber die sind immer noch sooo klein, und wir haben da viele Krähen, Bussarde und auch Füchse..... ohGottohGott....! Wenn ich mir da den kleinen Bilbo vorstelle, Hilfe! Ich hoffe, Paddy wartet noch möglichst lange mit dieser Aktion!
      Ja, das wilde Leben tut meinen Jungs sehr gut! Harry hat zwar seine halbe Mähne eingebüsst (weil es da so viele Tannen mit rauher Rinde hat, an denen man sich genussvoll schubbern kann!), und John trägt einen dicken, fetten Baumharzfleck am Hals spazieren - aber was solls?! Die Mähne wird zuhause dann einfach abrasiert, und das Harz geht mit etwas Fett und kräftigen Bürstenstrichen irgendwann auch wieder ab! Die Verluste kann man verkraften, wenn man sieht, wieviel Positives sonst bei dieser Auszeit rumkommt.
      Drüückerz und Hummelzherzensgrüsse!

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  6. Frau Hummel, du Liebe, auch das Kommen und das Gehen, und besonders das Gehen, weil es Schmerz bedeutet, entzieht sich uns und hinterlässt einen leeren Platz. Und der liebe Gott, oder das Schicksal, wenn es uns etwas nimmt, gibt auch uns etwas, wenn wir es zu sehen und zu fühlen vermögen.
    Alles Liebe und fühle dich umarmt, deine Grażyna

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    1. Ja, Grazyna, ich sehe es auch so: alles und jedes hat seine Zeit. Und alles hat seine Bestimmung. Das können wir nicht ändern.
      Trotzdem tut einem sowas immer furchtbar leid.
      Aber der Heuboden ist angefüllt mit jungem, kleinem, fröhlichem Leben; diesem Aufwachsen und Gedeihen zuzusehen erfüllt einem jeden Tag mit Freude!
      Und so wird Floyd's Plätzchen schon bald wieder besetzt werden.
      Hab einen schönen Sonntagabend, ganz liebe Hummelzgrüsse!

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